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So halten Sie Ihr Gehirn gesundStress ist gesund, vorausgesetzt, man entspannt sich wieder rechtzeitig

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Nach Angaben der Niederländische Gehirnstiftung führt zu viel Stress dazu, dass das Gehirn weniger gut funktioniert. „Stress an sich ist völlig normal und sogar gesund", versichert Neurowissenschaftler Erno Hermans. „Ohne Stress wäre das Leben sogar sehr langweilig. Aber zu viel Stress verändert das Gehirn. Rechtzeitige Entspannung ist entscheidend."

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Heutzutage wird Stress häufig mit arbeitsbedingter Überlastung verbunden. Unser biologisches „Stresssystem" ist jedoch in erster Linie ein Überlebenssystem, das in der Zeit entstanden ist, als unsere Vorfahren vor Bären fliehen, gegen feindliche Stämme kämpfen und in der Kälte überleben mussten. Es ist ein Alarmmechanismus: Er macht uns wachsam, gibt uns zusätzliche Kraft und hilft uns zu überleben. Und dieser ist von Natur aus dazu bestimmt, für eine kurze Zeitspanne aktiv zu sein.

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Zwei Systeme

Bei neurobiologischem Stress gibt es zwei Systeme: ein schnelles und ein langsames System, erklärt Erno Hermans. Hermans ist Psychologe und Neurobiologe an der Radboud Universität und dem Donders Institut Nijmegen. Er erforscht insbesondere die biologische Seite unseres Gehirns. Er befasst sich insbesondere mit dem Einfluss von Stress: Was genau passiert dann, was sind die Auswirkungen, und wie erholt sich unser Gehirn danach?

Das schnelle Stresssystem, so Hermans, wird durch Adrenalin genährt. Adrenalin erhöht Ihren Muskeltonus und beschleunigt Ihre Herzfrequenz, so dass Sie kämpfen oder fliehen können, und aktiviert Bereiche Ihres Gehirns, die es Ihnen ermöglichen, blitzschnell zu reagieren. Super nützlich im Notfall, aber mit einer Kehrseite: Diese Wachsamkeit versetzt andere Funktionen in den Sparmodus. Unter Stress kann man sich weniger konzentrieren, weniger klar denken und keine Erinnerungen abrufen. Stress ist ein akuter „Überlebensmodus". Erholung ist dann möglich, wenn der Bär verjagt worden ist." Dann beginnt das Kortisol-Hormon zu wirken, das langsame System. Das setzt Energie frei, sorgt aber auch dafür, dass Ihre Stressreaktion mit der Zeit abnimmt, so dass Sie wieder zur Ruhe kommen. In der Regel nach einer halben Stunde. Eine solche „Alarmphase" darf nicht länger dauern, findet der Körper.

Ganztägiger Alarm

Genau das ist es, was bei längerem Stress schief geht: Unser Körper schüttet ständig Stresshormone aus und befindet sich nicht mehr in einem Zustand der Erholung. Hermans: „Es ist, als ob der Alarm den ganzen Tag lang losgeht, mit all seinen Folgen. Wichtige Systeme gehen auf Standby, Ihr Immunsystem arbeitet weniger, Ihre Reserven sind erschöpft." Das ist nicht nur sehr ermüdend, sondern verändert auch etwas in Ihrem Gehirn. "Wenn Sie viel Stress haben, passt sich Ihr Gehirn daran an: Die Verbindungen im präfrontalen Kortex werden weniger, während in der Amygdala - dem Bereich in Ihrem Gehirn, in dem Sie unter anderem Schock- und Angstreaktionen verarbeiten - zusätzliche Verbindungen geknüpft werden. Ihre Bereiche der Wachsamkeit entwickeln sich stärker: Der Stressmodus wird zum Standard, während klares Denken, Gedächtnisabruf und Konzentration schwieriger sind. Das zeigt sich sehr deutlich bei Menschen mit frühkindlichen Traumata: Sie haben eine messbar andere Gehirnstruktur und -funktion."

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Entspannen und nach draußen gehen ist nachweislich gut für Ihr Gehirn

Gesunde biologische Reaktion

Sollten wir Stress am besten also ganz vermeiden? Hermans ist nicht der Meinung: „Kurzzeitiger Stress ist in Ordnung. Er ist eine gesunde biologische Reaktion. Außerdem wäre ein Leben ohne Stress sehr langweilig. Solange man richtig damit umgeht. Für ein leistungsfähiges Gehirn ist es wichtig, eine längere Stressexposition zu vermeiden. Arbeiten Sie also nicht tagelang unter großem Druck oder acht Monate lang achtzig Stunden pro Woche, um dann vier Monate lang zu faulenzen."

Planen Sie Ihre Ruhemomente

Ruhe bewusst planen

Die Frage ist: Was denn jetzt? Die Neurobiologie gibt die Antwort. „Planen Sie Ihre Ruhemomente”, so Hermans. „Behalten Sie Ihren natürlichen Rhythmus bei, damit Stress- und Schlafsysteme und alle anderen biologischen Systeme Raum erhalten." Auf diese Weise liegen Sie die meiste Zeit innerhalb des „Toleranzfensters", dem Bereich, in dem Sie weder übermäßig überreizt (Kampfmodus, Fluchtmodus, gereizt, wütend, panisch) noch unterreizt (taub, faul, abwesend, lustlos) sind, sondern sich in einem angenehmen Zustand dazwischen befinden: ruhig, entspannt und reflexionsfähig. Das ist der Zustand, in dem Sie am besten funktionieren.

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Erholung ist möglich

Schließlich hat Hermans hoffnungsvolle Nachrichten für Menschen, die lange Zeit unter großem Druck gearbeitet haben und sich fragen, ob sie sich wirklich erholen können. „Erholung ist möglich, auch nach längerem Stress. Wenn Sie entspannen und  hinausgehen, sich mehr bewegen, ist das nachweislich gut für Ihr Gehirn.  Bewegung stimuliert die Neurogenese, die Schaffung neuer Verbindungen, vor allem im Hippocampus - dem Hirnbereich, in dem man neu erlernte Dinge speichert und neue Erinnerungen schafft. Das ist sogar im Alter möglich." Es ist also noch nicht zu spät, sich in Bewegung zu setzen.

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