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Die Hummersaison an der OosterscheldeEin gut eingebürgerter Krebs

Oosterscheldekreeft

Für einige Menschen ist er einfach nur ein Bewohner der zeeländischen Gewässer, für viele andere jedoch ein Name, der das kulinarische Herz höher schlägen lässt: der Oosterschelde-Hummer. Was macht diesen relativ jungen Bewohner Zeelands so außergewöhnlich?

Vissersboot Kreeftenvangst Oosterschelde
Zierikzee vissersboten kreeftenvangst
Oosterscheldekreeft
Oosterschelde

Mit der alljährlichen Eröffnung der zeeländischen Hummersaison Ende März wird die Ruhe in Zierikzee für einen Moment gestört. Hunderte Liebhaber schauen zu, wenn der Hummerfischer Gerrie van den Hoek den ersten großen Oosterschelde-Hummer der Saison aus seiner Reuse zieht. Kurz darauf wird der gleiche gepanzerte blauschwarze Krebs von Ronald Koeman, dem Trainer der niederländischen Nationalmannschaft, für einen Betrag von 50.000 Euro versteigert. Der Ertrag, der auch dieses Mal wieder einen neuen Rekord darstellt, ist für den Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs bestimmt.

Die Hummersaison an der Oosterschelde

Traditionsgemäß erklingt der Startschuss zur offiziellen Eröffnung der neuen Hummersaison an der Oosterschelde am letzten Donnerstag im März. Anschließend können sich Hummerliebhaber nach Herzenslust in einem der vielen zeeländischen Restaurants laben, die sich mit ihren Kochkünsten der Zubereitung der besonderen Struktur dieser eingewanderten Krebsart verschrieben haben. Nach dem 15. Juli wird der Oosterschelde-Hummer nur noch begrenzt serviert.

Oosterscheldekreeft

Eine exotische Art

Was macht den Oosterschelde-Hummer so besonders? Fest steht, dass es um eine ursprünglich exotische Tierart geht, die in diesem wasserreichen Gebiet mittlerweile jedoch gut eingebürgert ist. Einer abenteuerlichen Legende zufolge gelangte der Gliederfüßer dank eines norwegischen Schiffes in die Oosterschelde, das lebende Hummer geladen hatte und in der Nähe des Hafens von Zierikzee gesunken sein soll. Eine weitaus logischere Erklärung ist jedoch, dass Zierikzee und Yerseke früher wichtige Umschlaghäfen für den Handel mit Fisch, Krustentieren und in Schweden gefangenen Hummer waren. Damit die Tiere frisch blieben, wurden sie von den Händlern in Wasserstellen gelagert, die mit der Oosterschelde verbunden waren. Die Eier der Tiere konnten so ungehindert in die zeeländischen Gewässer gelangen.

Dort, in der Oosterschelde, wuchs der eingewanderte Hummer zu einer einzigartigen zeeländischen Population heran. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die DNA des Oosterschelde-Hummers vom europäischen Hummer abweicht. Ursache dafür sind die isolierte Lage und das einzigartige Umfeld, das die Oosterschelde bietet, mit kalten Wintern, die nur die widerstandsfähigsten Exemplare überstehen. Daraus ist ein Hummer mit einer einzigartigen DNA hervorgegangen, was kulinarischen Experten zufolge die weiche Struktur und den einzigartigen Geschmack des Fleisches erklärt. Wer diese Struktur und den Geschmack selbst erleben möchte, kann in der Hummersaison eines der vielen Restaurants im Inselreich Zeelands besuchen.

Vangst Oosterscheldekreeft

Krebse sind Platzhocker

Marnix van Stralen

 

Eine weiche Struktur und ein einzigartiger Geschmack

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Hummer in der Oosterschelde gefangen. Kurz zuvor war der Kreekrakdamm angelegt worden, der Zuid-Beverland mit West-Brabant verband. Dadurch konnte das Süßwasser der Schelde nicht mehr in die Oosterschelde fließen. Die Deiche und Dämme wurden dabei mit Felssteinen befestigt, die einen idealen Lebensraum für die Tiere bildeten: Hummer überleben nämlich nur in Salzwasser in Löchern und Spalten zwischen Felsen.

Wenn die Schale eines gefangenen Hummers am Rumpf kleiner als 87 Millimeter ist, geht er zurück ins Meer.

Hummerfischer Gerrie van den Hoek

Wie ein Schweizer Taschenmesser

"Hummer sind ortsfest", erklärt der Biologe Marnix van Stralen, der den Hummer in der Oosterschelde erforscht hat. "Ihr Verhalten ist territorial bestimmt. Sie kämpfen um die besten Stellen zwischen den Felsen. Bemerkenswert ist, dass der Hummer sich selbst der größte Feind ist: Die Tiere sind kannibalistisch. Ihre Scheren sind wie ein Schweizer Taschenmesser. Jedes Glied hat eine andere Funktion. Die großen, dicken Scheren können Schalentiere und die Schale anderer Krebse und Hummer aufbrechen, während die kleineren wie ein Besteck funktionieren.

Gerrie van den Hoek Kreeftenvisser

Wenn sie nicht gefangen oder von einem Artgenossen verspeist werden, erliegen ältere Exemplare häufig dem "Anwachsen" kleiner Tiere und Pflanzen, die sich auf der Schale niederlassen. Manchmal handelt es sich dabei sogar um große Austern, wie Fänge in der Oosterschelde gezeigt haben. Die jüngeren Tiere bleiben sauber, da sie immer wieder einen neuen Panzer bilden, denn um wachsen zu können, müssen sie die alte Schale abwerfen."

Blick auf die Zukunft

Dieses Jahr sind die Stellen, an denen Oosterschelde-Hummer gefangen werden darf, nach einem genauen Fangplan unter den Fischern verteilt. Das ist viel ehrlicher, so Hummerfischer Gerrie van den Hoek. "In den vergangenen beiden Jahren haben wir uns mit unseren Booten beim Auslegen der Reusen ein Wettrennen geliefert. Wer den größten Motor hinter seinem Boot hatte, konnte die besten Stellen auswählen. Jetzt haben wir uns zum Glück abgesprochen."

Der Fangplan ist dabei vor allem auf einen zukunftsbeständigen Fang ausgerichtet. Der Oosterschelde-Hummer darf während eines Zeitraums von dreieinhalb Monaten gefangen werden, bis zum 15. Juli. Nur die größten Hummer dürfen mitgenommen werden. Wenn die Schale eines gefangenen Hummers am Rumpf kleiner als 87 Millimeter ist, geht der Krebs zurück ins Meer. Bei dieser Breite sind sie etwa 500 Gramm schwer und rund 30 Zentimeter lang. Auch eiertragende Hummer gehen sofort ins Meer zurück. Mein Sohn will später schließlich auch noch Fischer werden. Ich sorge daher dafür, dass der Oosterschelde-Hummer hier auch in Zukunft weiterhin gut gedeihen kann."

Kreeftenvisser

Der Oosterschelde-Hummer ist nur einer von vielen Gründen für einen Besuch in Zeeland.

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